Konzept RLSZ Fechten

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Zielsetzungen Einbettung Kaderaufbau  

Im Sinne einer fokusierten Entwicklung dieses Konzeptes haben wir beschlossen, die darin beschriebenen Strukturen in einem Pilotprojektes vorerst als clubinterenes Vorhaben der Fechtgesellschaft Basel umzusetzen - Nähere Informationen zum Pilotprojekt finden sie hier.

Ausganslage / Motivation

Der Fechtsport hat in Basel eine sehr lange Tradition. Die Fechtgesellschaft Basel spielt dabei in unserer Stadt seit über 100 Jahren eine entscheidende Rolle und führt sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene immer wieder hervorragende Sportler zu grossen Erfolgen. Olympiasieger Marcel Fischer oder Max Heinzer, seit längerer Zeit stets unter den Top 10 der Welt, sind in unserem Verein gross geworden. Aktuell ist die Fechtgesellschaft Basel aus Sicht der sportlichen Leistungen der dominante Verein in der Schweiz (Schweizermeister der Senioren Damen und Herren Degen sowohl im Einzel- als auch im Teamwettkampf). 

Die Rolle des Schweizerischen Fechtverbandes

Der Schweizerische Fechtverband organisiert, wie dies aus anderen Sportarten auch bekannt ist, das Umfeld des Fechtsports in der Schweiz. Er hat in der Schweiz die CN (Circuit National) Plattformen etabliert, die es auf nationaler Ebene den Athleten aller Altersklassen und Waffengattungen erlauben, sich in einem jährlich wiederkehrenden Turnierzyklus zu messen. Er organisiert ausserdem auf nationaler Ebene die Schweizer Meisterschaften für alle Altersklassen und Waffengattungen – dies in Zusammenarbeit mit den Fechtvereinen.

Er bestimmt jährlich ein Liste von nationalen und internationalen Turnieren, welche als Qualifikationsturniere für die  Qualifikation der jedes Jahr ausgetragenen Europa- und Weltmeisterschaften gewertet werden (ab Alterskategorie Kadetten).  Er legt in seinen Regelwerken die Grundlagen und Bedingungen für die Bildung der Kader und organisiert die Ausbildung der nationalen Spitze durch die von ihm angestellten Nationaltrainer.  Die Anzahl der in diesem Bereich in Ausbildung befindlichen Spitzenathleten ist aufgrund der Grösse und der finanziellen Möglichkeiten des Schweizer Verbandes in sehr begrenzt.

Der Fechtverband ist die Verbindungsstelle des Schweizer Fechtsports in die Organisation von Swiss Olympic und in die internationalen Fechtverbände EFC (Europa) und FIE  (Welt).

Die Aufgaben der Schweizerischen Fechtvereine

Der überwiegende Teil der Fechtvereine in der Schweiz, wie dies in anderen Sportarten auch üblich ist, ist in die Sektionen Breiten- und Leistungssport unterteilt. Die meisten Vereine sind dabei  der Situation ausgesetzt, dass sie mit den Mitgliederbeiträgen der Sektion Breitensport den Bereich Leistungssport quer subventionieren müssen.

Dabei sehen sich die Vereine mit der Herausforderung konfrontiert einerseits die Verantwortung für die Förderung des Nachwuchses im Leistungssport zu tragen und anderseits zur Sicherung der Zukunft den Bereich Breitensport auszubauen. Die Förderung des Nachwuchses im Bereich Leistungssport fordert die Vereine sowohl im internen Aufbau von entsprechenden Kadern und Mannschaften als auch in der Unterstützung des Verbandes bei der Durchführung der entsprechenden, jährlich wiederkehrenden Wettkämpfe (Schiedsrichterwesen, Turnierorganisation etc.).

Die Vereine sind heute für die Ausbildung der Fechter aller Alterskategorien verantwortlich. Fechter welche durch ihre Leistungen die Selektionskriterien des Schweizerischen Fechterbandes erfüllen erhalten eine ausschliessliche oder zusätzliche Ausbildung durch die Nationaltrainer des Verbandes (dies ist verglichen mit der gesamten Gruppe der Leistungssportler eine sehr kleine Minderheit).

In diesem Spannungsfeld fällt es vielen Fechtvereinen aus Ressourcen- und Zeitgründen zunehmend schwer, den Nachwuchs aller Alterskategorien systematisch zu fördern. Viele Vereine gehen darum zu punktuellen Förderungskonzepten einzelner Sportler über. Dies führt in den Vereinen oft zu unerwünschten Fragmentierungen.

Regionales Leistungsportzentrum Fechten

Die Entwicklung unserer viel versprechenden Jugendlichen liegt dem Vorstand unseres Vereines am Herzen. Die durch unsere beschränkten Ressourcen- und Zeitverhältnisse vorhandenen Limitierungen in der Ausbildung führen seit einiger Zeit im Rahmen unserer Vorstandssitzungen immer wieder zu intensiven Diskussionen. Die hier vorliegende Konzeptstudie ist das Resultat, aus diesen Diskussionen und Gesprächen mit vielen Partnern im Umfeld der Fechtgesellschaft Basel (Sportförderung des Kantons, anderer Clubs der Region, Vorstand und Präsidium des Schweizerischen Fechtverbandes, Nationaltrainer, Kaderathleten etc.).

Die Ausbildungssituation der Nachwuchselite

Der Schweizerische Fechtverband hat bis Ende April 2014 drei Nationaltrainer angestellt, die für die Ausbildung der Elitefechter und der Nachwuchselite verantwortlich zeichneten. Der Cheftrainer, Angelo Mazzoni wird die Schweiz im August 2014 in Richtung Russland verlassen. Mit dieser Entscheidung wurde das Ausbildungskonzept des Schweizerischen Fechtverbandes kompromittiert und die Ausbildung der Nachwuchselite gefährdet. Davon sind auch die Nachwuchselite Fechter der Nordwest Schweizer Verein betroffen. Die Schaffung eines entsprechenden Leistungssportzentrums hat aufgrund dieser Situation entscheidend an Dringlichkeit gewonnen und macht eine erste Implementierung des Leistungszentrums bereits für die Saisonvorbereitung 2014/15 und die per September 2014 startende Saison notwendig.

Überbrückungshilfe für den Schweizerischen Fechtverband

Wie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben befindet sich der Schweizerische Fechtverband aufgrund der aktuellen Situation im Bereich der Nationaltrainer in einer Ausnahmesituation. An eine Weiterführung der bestehenden Ausbildungskonzepte im Bereich des Elite Nachwuchses mit gleicher Intensität und Qualität ist vorläufig nicht zu denken. In Gesprächen mit der Führung des Verbandes wird derzeit untersucht, ob, bei einer raschen Implementierung unseres Leistungssportzentrums eine Unterstützung des Verbandes ermöglicht werden könnte.

Dies im Sinne einer temporären, finanziell durch den Verband getragenen Übernahme eines Teils des Ausbildungsauftrages des Verbandes im Jugendbereich.  In dieser temporären Regelung würden dann auch temporär Fechter unterstützt die nicht in unserer Region leben.

Wir sind uns durchaus bewusst, dass die derzeitige Trainersituation im Verband auch dazu führen kann, dass aus Prioritätsgründen auch im Bereich der Senioren der Fokus auf die absoluten Top Elite Athleten gelegt werden muss. Dies sind aktuell die Herren Nationalmannschaft (derzeitige Weltranglisten Nummer 2) und ausgewählte Athletinnen im Damenbereich. Folgt man diesen Überlegungen, könnte ein zusätzlicher Ausbildungsbedarf bei den Senioren der 2. Garde in unserem Zentrum entstehen.